Den Impact-Tarif verstehen
Der Impact-Tarif betrifft ausschließlich die Tarife der Verteilnetzbetreiber (ORES, RESA, AIESH usw.). Er gilt somit nur für den Teil „Verteilungskosten“ Ihrer Stromrechnung.
Es ist wichtig zu wissen, dass die Wahl des Impact-Tarifs ohne Anpassung Ihrer Verbrauchsgewohnheiten zu einer Erhöhung Ihrer Verteilungskosten führen kann. Wir empfehlen Ihnen daher, die nachfolgenden Informationen sorgfältig zu lesen, bevor Sie einen Tarifwechsel beantragen.
Der Impact-Tarif: Was ist das?
Für wen ist er vorgesehen?
Der Impact-Tarif richtet sich an Verbraucherinnen und Verbraucher, die in der Lage sind, einen großen Teil ihres Stromverbrauchs in Zeiträume mit niedrigeren Tarifen zu verlagern.
Er ist daher nicht für die Mehrheit der Haushalte geeignet, sondern eher für ein spezifisches Publikum, zum Beispiel für Kundinnen und Kunden, die:
ein Elektrofahrzeug laden,
über eine Heimbatterie verfügen,
oder in bestimmten Fällen eine Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser nutzen.
Der Impact-Tarif ist nicht verpflichtend. Wenn Sie keine Schritte bei Ihrem Lieferanten einleiten, behalten Sie weiterhin Ihren bisherigen Tarif (Einfachtarif oder Doppeltarif), je nach Ihrer Situation.
Hinweis: Die Einführung des Impact-Tarifs steht in keinem Zusammenhang mit der Änderung der Zeitfenster des Doppeltarifs. Weitere Informationen zur Anpassung des Doppeltarifs finden Sie hier.
Konkret bedeutet das:
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Die Verteilungskosten sind in den Spitzenzeiten (Peak, dunkelgrün) etwa dreimal so hoch wie in den Eco-Zeiten (hellgrün).
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Die Eco-Zeiten liegen zwischen 01:00 und 07:00 Uhr sowie zwischen 11:00 und 17:00 Uhr.
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Der Impact-Tarif ist nur dann interessant, wenn der Großteil Ihres Stromverbrauchs in diesen Eco-Zeiten stattfindet.
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Umgekehrt wird jeder Stromverbrauch zwischen 17:00 und 22:00 Uhr, also während der Spitzenzeiten (Peak, dunkelgrün), deutlich teurer abgerechnet. Genau in diesem Zeitraum ist der Stromverbrauch in Haushalten in der Regel am höchsten (Beleuchtung, Kochen, Fernsehen usw.).
Warum diese Änderung?
Ziel dieses Tarifs ist es, die Verbraucherinnen und Verbraucher dazu zu ermutigen, ihre Verbrauchsgewohnheiten anzupassen, indem sie:
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mehr Strom am Nachmittag nutzen, wenn die Solarstromproduktion hoch ist,
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oder nachts, wenn die gesamte Nachfrage geringer ist.
Deshalb ist es wichtig, Ihre Verbrauchsgewohnheiten anzupassen, wenn Sie sich für den Impact-Tarif entscheiden. Ohne diese Anpassung können Ihre Verteilungskosten – und damit der Gesamtbetrag Ihrer Stromrechnung – steigen.
Und was ist mit dem „Energie“-Tarif?
Neben den Verteilungs- (und Transport-)kosten bezahlen Sie auch den Preis der elektrischen Energie selbst.
Derzeit sind die Bedingungen für die Anwendung des Impact-Tarifs noch nicht ausreichend geklärt. Daher sind wir aktuell noch nicht in der Lage, einen darauf basierenden „Energie“-Tarif anzubieten (Dreifachtarif: Eco, Medium und Peak).
Derzeit stellt der dynamische Tarif, dessen Preis sich alle 15 Minuten entsprechend dem Strommarkt verändert, die beste Alternative dar.
Weitere Informationen zum dynamischen Tarif finden Sie hier.
Wir verfolgen die Weiterentwicklung des Impact-Tarifs weiterhin aufmerksam, um Ihnen zu gegebener Zeit klare Tarife anzubieten, die möglichst nah am Selbstkostenpreis liegen.
In der Praxis
Um vom Impact-Tarif der Netzbetreiber zu profitieren, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
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Sie müssen zwingend über einen kommunizierenden Zähler verfügen.
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Dieser muss im SMR3-Modus konfiguriert sein (derzeitige Anforderung der Netzbetreiber).
Die Umstellung des Zählers in den SMR3-Modus erfolgt aus der Ferne, ist kostenlos und ermöglicht eine viertelstündliche Messung von Verbrauch und Einspeisung. Achtung: Die kWh werden dann getrennt nach den Zeitfenstern Peak, Medium und Eco erfasst. Ein Ausgleich zwischen den verschiedenen Zeitfenstern ist nicht mehr möglich.
Der Antrag für die Umstellung auf den Impact-Tarif muss schriftlich oder per E-Mail an Ihren Lieferanten gerichtet werden. Dabei sind das gewünschte Umstellungsdatum sowie die entsprechenden Zählerstände anzugeben. Sobald der Zähler im SMR3-Modus konfiguriert ist, können Sie zwischen einer jährlichen oder monatlichen Abrechnung wählen.
Aktueller Stand der Dinge
Prosumer im Kompensationssystem
Die Situation ist derzeit noch unsicher. Die derzeit verfügbaren Marktinformationen deuten darauf hin, dass die Kompensation weiterhin möglich bleiben dürfte, endgültig geklärt ist dies jedoch noch nicht.
Achtung: Erfolgt der Tarifwechsel außerhalb des jährlichen Ablesezeitraums, wird eine Zwischenablesungdurchgeführt und der Zähler zurückgesetzt. Dies kann dazu führen, dass ein Teil Ihrer Produktion verloren geht.
Prosumer im Einspeisesystem und Nicht-Prosumer
Sie werden demnächst die Möglichkeit haben, zu wählen zwischen:
einem Impact-Tarif für die Verteilungskosten,
einem dynamischen Tarif für die Energie.
Wir empfehlen, mit der Wahl des Impact-Tarifs noch zu warten, bis die Anwendungsbedingungen endgültig geklärt sind, insbesondere für Kundinnen und Kunden im Kompensationssystem.
Derzeit sind wir noch nicht in der Lage, Simulationen durchzuführen, um zu beurteilen, ob der Impact-Tarif für Ihre individuelle Situation vorteilhaft ist. Die CWAPE (wallonischer Energieregulator) hat jedoch angekündigt, in Kürze einen Simulator zur Verfügung zu stellen, mit dem Sie eigene Vergleiche anstellen können. Wir werden Sie informieren und Sie zur Nutzung einladen, sobald dieser verfügbar ist.
Alle detaillierten Informationen zur Weiterentwicklung des Impact-Tarifs werden auf unserer Website und in unserem Newsletter veröffentlicht, sobald sie von den Netzbetreibern validiert wurden.
Wir danken Ihnen für Ihre Geduld.