Die Änderungen des Doppeltarifs ab 2026 verstehen
Sicherlich haben Sie schon von den angekündigten Änderungen des Doppeltarifs in der Wallonie ab 2026 gehört. Angesichts unvollständiger Informationen und Fachbegriffen ist es nicht immer einfach zu verstehen, was dies konkret für Ihre Stromrechnung bedeutet.
In diesem Artikel fassen wir die Situation klar und verständlich zusammen: Was ändert sich? Warum gibt es diese Änderungen? Und was bedeutet das für Sie?
Unser Ziel: Ihnen ganz einfach helfen, sich einen Überblick zu verschaffen.
Was ist der Doppeltarif?
Der Doppeltarif ist ein Tarif, der zwischen „Hochtarifzeiten” und “Niedertarifzeiten” unterscheidet. Der Stromverbrauch während der Hochtarifzeiten, in der Regel von 7 bis 22 Uhr an Werktagen, wird zu einem höheren Tarif abgerechnet als der Stromverbrauch während der Niedertarifzeiten, in der Regel nachts von 22 bis 7 Uhr und am gesamten Wochenende.
Früher sprach man von Tagestarif und Nachttarif, aber diese Bezeichnung wird bald überholt sein.
Ein klarerer und umfassenderer Doppeltarif
Ab dem 1. Januar 2026 werden die Netzbetreiber der Wallonie die Funktionsweise des Doppeltarifs anpassen.
Der derzeitige Doppeltarif wird durch ein einheitliches System ersetzt, welches an 7/7 Tagen gilt.
Niedertarifzeiten
- 22 – 7 Uhr
- 11 – 17 Uhr
Hochtarifzeiten
- 7 – 11 Uhr
- 17 – 22 Uhr
Wichtiger Hinweis: Wochenenden gelten nicht mehr automatisch als Niedertarifzeiten. Die Zeiten des Doppeltarifs sind nun an allen Tagen, sowohl an Werktagen als auch am Wochenende, identisch.
Diese Zeitplanänderung wird sich auf Ihre Stromrechnung auswirken. Es ist daher wichtig, dies zu berücksichtigen und Ihren Verbrauch anzupassen, indem Sie die größten Verbräuche (Waschmaschine, Wäschetrockner, Geschirrspüler, Elektrofahrzeug) auf die Niedrigtarifzeiten verlegen.
Warum ändern sich die Zeiträume für den Doppeltarif?
Das Verteilungsnetz, das hauptsächlich aus Niederspannungsnetzen besteht, steht im Zusammenhang mit der Energiewende vor großen Herausforderungen, darunter:
- Eine steigende Produktion von erneuerbarer, dezentraler und schwankender Elektrizität
- Eine zunehmende Elektrifizierung des Verbrauchs, was zu einer höheren Leistungsnachfrage im Netz führt
Die Änderung der Zeiträume für den Doppeltarif ergibt sich hauptsächlich aus dem Wunsch, die Stromnachfrage zu optimieren und einen gleichmäßigeren Verbrauch über den Tag hinweg zu fördern.
Weitere Informationen
Mehrere Faktoren erklären die Notwendigkeit, diese Zeiträume zu ändern:
- Veränderung der Verbrauchsprofile: Die Gewohnheiten von Haushalten und kleinen Gewerbebetrieben ändern sich im Laufe der Zeit. So führen beispielsweise die massive Verbreitung von Elektroautos, die zunehmende Nutzung von Heizungs- (Wärmepumpen) und Klimaanlagen sowie die allgemeine Elektrifizierung des Verbrauchs zu einer steigenden Stromnachfrage, die sich auf bestimmte Tageszeiten konzentriert.
- Management von Verbrauchsspitzen: Zeiten mit sehr hohem Verbrauch, häufig am frühen Morgen oder am Abend, belasten das Netz stärker. Durch die Anpassung der Zweitarif-Zeiträume möchten die Behörden die Kunden dazu bewegen, bestimmte Verbrauchszeiten außerhalb dieser kritischen Zeiten zu verlagern, um Spitzen zu glätten und die Stabilität des Netzes zu angemessenen Kosten zu gewährleisten.
- Integration erneuerbarer Energien: Der Boom der Solar- und Windenergie, die grünen, aber schwankenden Strom liefern, erfordert eine Überarbeitung der Art und Weise, wie die Nachfrage gesteuert wird. Die neuen Zeitfenster sollen den Verbrauch zu Zeiten fördern, in denen das Angebot an erneuerbarer Energie am größten ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Änderung der Doppeltarif-Zeiträume Teil einer Anpassung an die neue Energieproblematik ist und eine rationellere Nutzung des Netzes fördert, um die Kosten für den Einzelnen und die Gemeinschaft zu senken, was den Übergang zu widerstandsfähigeren Netzen erleichtert.
Muss ich etwas unternehmen?
Nein, wenn Sie einen Doppeltarif-Zähler haben, erfolgt die Umstellung auf die neuen Niedertarifzeiten automatisch, Sie müssen nichts unternehmen! Unabhängig davon, ob Sie einen elektromechanischen Zähler (mit drehendem Rad) oder einen kommunizierenden (digitalen) Zähler haben, wird die Umstellung von Ihrem Netzbetreiber ferngesteuert vorgenommen. Sie müssen nichts unternehmen.
Nur Personen, die die Deaktivierung der Kommunikationsfunktion ihres digitalen Zählers beantragt haben, werden von ihrem Netzbetreiber kontaktiert.
Wenn Sie einen Ein-Tarif-Zähler haben, ändert sich für Sie nichts. Wenn Sie einen Wechsel zum Doppeltarif-Zähler in Betracht ziehen, kontaktieren Sie uns gerne, damit wir Ihre Situation prüfen und die für Sie beste Option analysieren können.
Was ist der Vorzugstarif / IMPACT-Tarif?
Für Personen, die über einen intelligenten Stromzähler verfügen, wird bald ein neuer optionaler Tarif angeboten: der Vorzugstarif, auch IMPACT-Tarif genannt.
Dieser Tarif wird in drei Zeiträume unterteilt:
- ECO (die günstigsten) von 11:00 bis 17:00 Uhr und von 1:00 bis 7:00 Uhr,
- MEDIUM von 7:00 bis 11:00 Uhr und von 22:00 bis 1:00 Uhr,
- PIC (die teuersten) von 17:00 bis 22:00 Uhr.
Bitte beachten Sie, dass die praktischen Modalitäten dieses neuen Tarifs von den Netzbetreibern und der CWaPE noch nicht vollständig festgelegt wurden.
Wir werden Sie informieren, sobald die genauen Regeln bekannt sind.
Haben Sie noch Fragen?
Wir stehen Ihnen wie immer gerne zur Verfügung, wenn Sie mehr erfahren und die für Ihre Bedürfnisse passende Option herausfinden möchten.
👉 Kontaktieren Sie uns, wenn Sie mit uns darüber sprechen möchten.
